Wednesday, 20 May 2015

Festival talk with Sophie Koch

22nd August

Here you have an interview with Salzburg's current Octavian Sophie Koch. The interview was held during last year's Salzburg Festival where she had a great success in the new production of Rosenkavalier (see my review from August 2014). She is going to perform this role in again at this year's festival. So here it is (sorry, again in German^^):


Ihr Repertoire besteht größtenteils aus französischer und deutscher Oper und vergleichsweise wenig italienische Oper. Liegt das französische und deutsche Repertoire mehr?
Es ist vielleicht eine Frage der Sensibilität und auch dem Stimmklang der besonders zu diesem Repertoire passt. Ich denke allerdings auch, dass man gerne in gewisse Schubladen gesteckt wird. Ich würde natürlich gerne auch mehr italienische Oper singen. Ich habe früher gern Rossini gesungen und auch ab und zu eine Adalgisa in Norma, aber sie haben Recht, das hat sich so ergeben. Und ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich eine große Leidenschaft zum deutschen Repertoire habe.
Besonders mit Strauss und Wagner sind Sie ja sehr erfolgreich, was schätzen Sie an den beiden Komponisten.
Was ich besonders an Strauss liebe, ist diese Zusammenarbeit mit Hofmannsthal, welche ihre Opern so theatral macht. Das ist nicht nur schöne Musik, sondern hat auch unheimlich interessante Bedeutungen im tiefsten Sinne und auch wunderbare leichte Komödie. Diese schnellen Wechsel von Gedanken gibt es nur bei Strauss und Hofmannsthal. Das ist etwas ganz besonderes für mich.
Und Wagner?
Wagner ist für mich eine unglaubliche Energie. Der Klang ist voll und laut mit diesen langen Bögen. Christa Ludwig hat einmal gesagt, wenn man über ein lautes Orchester singen darf, dann ist das ein unglaubliches physisches Gefühl, dass man als Nicht-Sänger nicht verstehen kann.
In Salzburg sind Sie immer wieder zu Gast. Was bedeuten die Festspiele für Sie?
Das sind für mich einfach die größten Festspiele der Welt. Hier treffen sich einfach Alle: Intendanten, Publikum, Kritiker, Künstler, einfach Alle. Es gibt hier immer große Erwartungen, was für uns natürlich einen großen Druck bedeutet. Es ist zwar schön, aber es steckt auch viel Arbeit dahinter.
Welche Vorhaben gibt es für die Zukunft?
Ja, da gibt es einiges. Ich habe noch nie eine Carmen gesungen,  die wird bald kommen. Dann Les Troyens (Berlioz), Le Roi Arthus (Ernest Chausson), L’Africaine von Meyerbeer und vielleicht auch eine Kundry.
Worauf legen Sie besonderen Wert bei der Einstudierung einer neuen Rolle?
Technik!! Ich lese natürlich erst den Text um zu sehen worum es geht, welcher Charakter es ist. Gleich danach gehe ich an die Musik und schaue, welche Schwierigkeiten es für mich geben könnte und woran ich wirklich arbeiten muss. Auch diese sportliche Leistung, eine Oper von Anfang bis zum Ende durchzustehen, will geübt sein, denn das fordert schon.
Haben Sie ein sängerisches Vorbild?
Ja, ich habe viele! Unter anderem etwa Christa Ludwig. Ich bewundere sie einfach in allem was sie tut.
Haben Sie sie schon einmal persönlich getroffen?
Ja, sie ist eine wahnsinnig interessante Person und sie hat mir am Anfang meiner Karriere sehr geholfen, als ich Zweifel hatte und nicht wusste, ob ich weitermachen sollte. Da war sie für mich da und hat mich ermutigt, als ich bei ihr vorgesungen habe, was für mich persönlich ein echter Entscheidungsmoment war.
Welche Tipps haben Sie für junge angehende Sänger?
Es gibt einen Tipp: Seine eigene Persönlichkeit zu kennen und zu entdecken, viel zu arbeiten, nicht zu sicher sein und einfach leidenschaftlich an diesen Beruf herangehen.
Was halten Sie beim Singen allgemein für wichtig?
Also ich denke was mit der Zeit eine Karriere macht ist die gute Technik. Leider gibt es viele Lehrer, die darauf nicht genug achten. Es gibt viele Sänger, die wissen einfach nicht was sie tun und verlassen sich nur auf ihren Instinkt. Da geht es wirklich um die Basics, denn man muss einfach wissen wie man singt, denn nur der Instinkt währt nicht lange.
Wie stehen Sie zum Liedgesang?
Ich liebe Lieder, aber leider ist es für mich sehr schwierig Zeit zu finden, um einen Liederabend vorzubereiten. Und zweitens bin ich es nicht gewohnt, mich einem Publukum in dieser Konstellation zu präsentieren. Man gewöhnt sich natürlich nach einiger Zeit an so etwas, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Lied und Oper. Bei der Oper hat man ein Kostüm und spielt eine Rolle. Beim Lied ist die Beziehung zum Publikum ganz anders, denn man ist ganz allein und das Publikum ist viel näher.
Octavian ist ja eine Ihrer Paraderollen. Was, denken Sie, macht die aktuelle Produktion so besonders?
Ich finde sie unglaublich schön und richtig, im Sinne des Textes. Die vielen Leute, die kein Deutsch sprechen, können trotzdem erkennen, was auf der Bühne geschieht, selbst wenn sie kein Wort davon verstehen. Es ist genauso inszeniert, dass die Handlung einfach glasklar ist und man nicht so sehr vom Text abhängig ist. Besonders der dritte Akt ist einfach perfekt inszeniert, was wirklich nicht einfach ist, denn es ist sehr kompliziert, jeder spricht verschiedene Dialekte. Das ist jetzt einfach alles klar.
Wer ist Octavian Ihrer Meinung nach?
Octavian ist ein edler junger Mann, ein Aristokrat, ein Graf – das darf man nicht vergessen. Er ist jung, unglaublich ungestüm und auch ein bisschen naiv, aber trotzdem sehr lustig. Etwa wenn er im ersten und dritten Akt mit dem Baron spielt und so. Anfänglich hat er da vielleicht noch ein bisschen Angst, aber dann amüsiert er sich prächtig über diese verrückte Situation. Und natürlich verliebt er sich dann ganz schnell, also ich denke er ist jung in jeder Hinsicht. Allerdings wird er reifer, denn er lernt innerhalb der Oper vieles. Die Veränderung während der Oper ist bei Octavian finde ich am deutlichsten. Ich finde nicht, dass er doof ist. Christa (Ludwig) meinte einmal, dass Octavian für sie uninteressant war, einfach ein bisschen doof. Er ist einfach jungendlich-naiv, so wie wir alle waren. Oder manche noch immer sind. (lacht)
Wie liegt die Rolle Ihnen stimmlich?
Es ist sehr schwer zu beschreiben, denn jeder hat ein paar Rollen, die einfach perfekt passen. Da geht es einfach um die Entsprechung, den Stimmklang, die musikalische Linie und viele andere Faktoren. Es ist wirklich sehr schwer das in Worte zu fassen.
Was halten Sie von der neuen Deutung der Rolle des Ochs mit Günther Groissböck als jungem Ochs?
Das ist superinteressant und sehr nahe an dem Wunsch von Strauss und Hofmannsthal. Das macht ihn gefährlicher und viel interessanter. Ich finde diese Deutung wirklich prima. 

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